Samstag, 04. Dezember 2021
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HFV-Präsidium beschließt Einführung von „Walking Football“

Einführung im Hamburger Fußball-Verband. Was ist eigentlich „Walking Football“ (Gehfußball) und was spricht für Walking Football?

Das Bild zeigt unsere Alte Herren aus den Jahren um 1985/90. Obere Reihe von links: Wolfgang Wüpplinger, Rainer Czikowski, Dieter Rodhorst, Jürgen Böttger, Wolfgang Förster, Helge Böhmer, Heiner Schulz. Unten von links: Wolfram Ronneberger, Klaus Dieter Adam, Hans-Jürgen Lau, Peter Thomsen, Roman Trecziak.

Die Einführung soll nach einem entsprechenden Grundsatzbeschluss des HFV-Präsidiums am 7.10.2021 mit einer Übungsleiterschulung im Walking Football Januar 2022 beginnen. Diese erfolgt in Kooperation mit dem SHFV, der hier bereits über einen Ausbilder erfolgt. Hieran wird der sportpraktische Bereich des HFV beteiligt, damit der HFV schnellstmöglich selbst über eine entsprechende Ausbildungskompetenz in diesem Bereich verfügt.

Im Februar/März sollen erste Demonstrationsturniere stattfinden, die der HFV noch mit organisiert. Von März bis Mai 2022 sollen dann weitere Turniere in den Vereinen stattfinden, um im Juni 2022 erstmalig einen Hamburger Meister auszuspielen. Dieses Endspiel soll im Rahmen des „Holsten-Tag des Fußballs“, auf dem Gelände des HFV stattfinden. Beim „Holsten-Tag des Fußballs“ finden sämtliche Endspiele der Unteren Mannschaften, Alten Herren und Senioren gemeinsam beim HFV statt, welches insbesondere für die beteiligten Vereine ein gefragtes Event ist. Im Laufe des jeweiligen Tages sind rd. 1000 Aktive und Zuschauer bei der Veranstaltung anwesend. Ab der Saison 2022/2023 soll Walking Football als Spielangebot über die gesamte Saison ermöglicht werden und das Meisterschafts-Endspiel grundsätzlich in den „Holsten-Tag des Fußballs“ integriert bleiben.

Was ist „Walking Football“ (Gehfußball)?

Erfunden wurde Walking Football 2011 in England. Laufen, egal ob mit oder ohne Ball, ist verboten, d.h. während der Bewegung muss immer ein Teil eines Fußes den Boden berühren. Des Weiteren sind der (intensive) Zweikampf, Tacklings sowie Grätschen verboten und der Ball muss flach gehalten werden.
Walking Football wird draußen und drinnen gespielt, zumeist auf kleineren Feldern, mit verkleinertem Tor, ohne Torwart und entsprechend angepasster Spielerzahl. Bei Wettbewerben/Turnieren wird üblicherweise 6 gegen 6 mit mehreren Ergänzungsspielern auf einem Kleinfeld (20 x 40m) gespielt.
In England und den Niederlanden wird mittlerweile schon in Ligen Walking Football gespielt. In Deutschland haben u.a. Werder Bremen, der VfL Wolfsburg, Schalke 04 und Bayer Leverkusen Kicker*innen, die sich nur noch zur Geh-Variante ihres Lieblingssports treffen. Inzwischen hat auch die FIFA Walking Football als eigene Sportart anerkannt.

Warum soll „Walking Football“ auch im HFV eingeführt werden?

Die Begeisterung für Fußball ist ungebrochen. Wochenende für Wochenende strömen nicht nur die Fans zu Tausenden in die Stadien der Profiklubs, sondern gehen Millionen Aktive ihrem Fußballsport in den Amateurspielklassen nach. Alleine in Deutschland sind über 7 Mio. Menschen in über 24.000 Vereinen in rd. 128.000 Mannschaften organisiert. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen gibt es leider immer noch genügend, Fußball-interessierte, die gerne selbst aktiv werden würden, es aber nicht (mehr) können. Die Gründe dafür sind unterschiedlich:

• Steigendes bzw. höheres Alter mit der Folge sinkender physischer Belastbarkeit, erhöhter Anstrengung und steigendem Verletzungsrisiko. Das Ergebnis ist der Rollentausch vom Aktiven zum Passiven.
• Kein Zugang zum Vereinsfußball im Jugendalter. Für diejenigen ist der späte Einstieg in den bzw. das Mitwirken im „normalen“ Fußball in der Regel sehr schwer.
• Körperliche oder geistige Einschränkungen.

Insbesondere die physischen Anforderungen sind beim Walking Football deutlich geringer, wodurch sich unterschiedliche physische Voraussetzungen sehr stark relativieren. Dadurch haben z.B. jüngere Aktive gegenüber Älteren kaum Vorteile und können zusammen bzw. gegeneinander spielen. Des Weiteren bewirkt das Verbot von Zweikämpfen, Tacklings usw. eine deutliche Senkung des Verletzungsrisikos.

Was spricht für Walking Football?

Walking Football ist altersgerechtes, inklusives und gesundheitsförderndes Fußballspielen, angepasst an die Anforderungen des steigenden Alters und auch für Neueinsteiger oder Menschen mit Einschränkungen spielbar.

Besonders festzuhalten ist, dass Walking Football auch durch gemischte Mannschaften gespielt werden kann.
Dabei bilden insbesondere die geburtenstarken Jahrgänge, die inzwischen mit Masse die Altersgruppe der 55 bis 60jährigen stellen, ein erhebliches Potential für den Fußball und seine Vereine. Allein aufgrund des hohen Anteils dieser Jahrgänge an der Gesamt-bevölkerung bewirkt selbst ein geringer, prozentualer Zugewinn von Mitgliedern einen signifikanten Anstieg der absoluten Mitgliederzahlen in den Vereinen. Neben einem Zugewinn bietet ein Walking Football-Angebot im Verein vor allem die Chance, ältere Mitglieder im Verein zu halten (was immer einfacher ist, als neue Mitglieder zu gewinnen), da dieser Altersgruppe ein neues, zielgruppengerechtes Angebot gemacht werden kann.