Sonntag, 19. September 2021
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Krimi bis zum Schluss: Barmbek entführt zwei Punkte aus Berlin

Nach der Auftaktniederlage in heimischer Halle stand für die HG Hamburg-Barmbek am Samstag, dem 11. September, das erste Auswärtsspiel der Saison auf dem Plan.

Barmbek gastierte bei den Füchsen Berlin Reinickendorf II, die ebenfalls am ersten Spieltag mit einer Niederlage in die Saison gestartet waren (29:23 gegen die HSG Ostsee N/G). In einer knappen Partie, bei der keine Mannschaft eine länger andauernde Führung herausspielen konnte, setzten sich die Gäste aus Hamburg mit dem Siegtreffer 8 Sekunden vor Schluss 28:27 durch und feiern den ersten Sieg der noch jungen Saison 2021/2022.

Die Hamburger mussten in der Partie auf ihren etatmäßigen Rechtsaußen Justin Kaminski verzichten, welcher sich im letzten Spiel gegen Altenholz einen Muskelfaserriss zugezogen hatte und mindestens acht Wochen ausfallen wird.

Barmbek kam zu Beginn etwas besser ins Spiel und ging schnell über 2:4 (5’), 3:5 (7’) mit drei Toren in Führung (12’). Schon früh in der Partie zückte Berlin die Grüne Karte und nahm die erste Auszeit. Aus dieser Auszeit heraus kamen die Berliner nun besser ins Spiel, standen vor allem in der Abwehr sicherer und schafften es, Barmbeks mit fünf Toren bis dahin besten Schützen Jan Torben Ehlers durch eine Manndeckung fast gänzlich aus dem Spiel zu nehmen. Berlin schaffte es so, den Rückstand zu verkürzen und selbst in der 17. Minute mit 9:8 in Führung zu gehen. Logische Konsequenz: Auszeit Barmbek, welche für einige taktische Maßnahmen genutzt wurde, die sofort Früchte trugen. Barmbek steckte die kurze Druckphase der Berliner im Laufe des weiteren Spielverlaufs gut weg, die Partie entwickelte sich zu einem Schlagabtausch auf Augenhöhe in dessen Folge kein Team mehr eine größere Führung erspielen konnte. Mit 14:14 ging es in die Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit zeichnete sich ein ähnliches Bild wie zuvor: Barmbek kam besser aus der Kabine, ging schnell mit 14:17 in Führung und zwang die Füchse wieder früh in der Halbzeit zu einer Auszeit – welche wiederum besser durch die Berliner genutzt wurde. Barmbek, die schon im ersten Punktspiel über weite Strecken, aber eben nicht konstant über 60 Minuten eine sehr gute, spielerisch klasse Leistung zeigten, gaben abermals das Heft kurz aus der Hand, verspielten die Drei-Tore-Führung und sahen sich zu einer Auszeit gezwungen (37’). Die Partie entwickelte sich immer mehr zu einer Wiederholung der ersten Halbzeit: Starke Barmbeker Phase zu Beginn, Aufholjagd Füchse, daraufhin Partie auf Augenhöhe. Bis kurz vor Schluss konnte kein Team mit mehr als einem Tor in Führung gehen, sodass alles auf eine Entscheidung mit der Schlusssirene hindeutete und ein Unentschieden irgendwie in der Luft lag. Beim Spielstand von 27:27, bei Ballbesitz Berlin folgte die Auszeit mit Anweisungen für den vielleicht letzten Angriff der Berliner, Zeitspiel wurde schon angezeigt. Der Angriff konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden, sodass im Gegenzug Barmbek alles auf einen letzten Angriff hin ausrichtete. Mit einem wie aus dem Lehrbuch einstudierten und bis zur letzten Position ausgespielten Spielzug erzielten die Barmbeker in Person von Marten Most den wild umjubelten Siegtreffer 8 Sekunden vor Schluss.

Zwei Punkte für das Saisonziel Nichtabstieg
Für Barmbek bedeutet der Sieg die ersten Punkte der neuen Saison. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto (2:2) erwartet man nun schon den VfL Fredenbeck, welcher am kommenden Freitag, 17. September in der Hansestadt zu Gast sein wird. Die Füchse Berlin Reinickendorf II warten hingegen weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Barmbek zeigte sich im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen den TSV Altenholz besser, vermied unnötige Fehler und verfiel nicht in Hektik während der eigenen kurzen Schwächephasen. Die in der Vorwoche von Trainer Tobias Skerka angekündigte Analyse und Arbeit an den Negativpunkten des ersten Spiels trugen erste Früchte, die Konstanz in der eigenen Leistung soll aber noch verbessert werden, um in den nächsten Spielen die Leistung und das Potential der noch jungen Mannschaft über die vollen 60 Minuten abzurufen.